Was wäre die Kunst ohne Papier?

Lothar Müller im Gespräch mit Liane von Billerbeck.

Zeichnen, kritzeln, notieren: Papier scheint unverzichtbar für kreatives Schaffen. Kann man es digital ersetzen? Kunst werde es weiter geben, meint der Literaturkritiker Lothar Müller. Doch sie werde sich auf jeden Fall verändern.

http://www.deutschlandradiokultur.de/digitales-zeitalter-was-waere-kunst-ohne-papier.1008.de.html?dram:article_id=382415

Aus welchen Gründen Herr Müller sollte es kein Papier mehr geben ?

Schon vor 2o Jahren wurde vom Papierlosen Büro geredet. Wie gesagt ! Geredet. 

Und die Kunst ändert sich auch so / ob mit oder ohne Papier. Und ein Leben ohne Papier ist vielleicht vorstellbar, doch real wird es wohl kaum dazu kommen. Denke ich und hoffe es.

Und mit nem Füller in ein EBook schreiben ist einfach blöd.

lz 

abc.etüden / 13.17 / Am Wasser

Alser saß am Wasser, schaute auf das entfernte Ufer und dachte über Rostfluss, über Milchweiß und über das Leben an sich nach. So wie er es gerne machte, wenn sich der Frühling von den Bergen über das Wasser schob, wenn die Schwäne mit ihren Federn einen Korb formten, als ob sie Einkaufen segelten, wenn die Abendsonne wie Flussrost, rechts über der Seefläche, sich in Abendrotgelbblau wandelte. Niemals hatte er diesen Anblick photographisch mit einem Knipsmoment gehalten, er dioptriente sich diese Farben ins Hirn und schrieb seine Bilder mit Worten. Alser nährte seinen Geist mit dem leisen klatschen aufschnaubender Wellen und den Möwentänzen dieser Wasserakrobaten mit Federn dran.

Rostweißmilchflussig.

Alser schrieb Romane die nie welche waren, er seismographierte mit Stift und dem Blick über das Wasser.

lz 

abc.etüden / 13.17 / 3 radikale Varianten

Flussrost bringt Milchweiß.


Die Namensfindung gestaltete sich sehr zäh. Sie hatten alle erdenklichen Varianten durchgespielt. 

Milchweiß & Rostfluss, war von allen Ideen noch die schönste. 


Rostweiß & Flussmilch kam leider nicht in die engere Auswahl.

Die Kriterien waren zu streng.


lz 

abc.etüden / 13.17 / Fiasko

…die Dinge nahmen ihren Lauf, und Paul Rost war einfach von der Situation überfordert. Er mühte sich nun schon den dritten Tag ab, diesen kleinen Raum zu streichen, und musste sich einfach hierbei als Verlierer kapitulatorisch ergeben. Er konnte weder mit Pinsel, der Walze, noch mit der Farbe an sich umgehen, er manövrierte sich in eine spürbar Ausweglose Ereigniskonstellation. Von einem geschmeidigen Arbeitsfluss konnte leider keine Rede sein, falsch, fälscher, am fälschesten, es war das reinste Fiasko, noch gesteigert dadurch das er die restlichen 10 Liter Weisse Wandfarbe einfach über das Waschbecken entsorgte.

Als er einige Zeit später den Wasserhahn aufdrehte, um seine Hände zu waschen kam nur eine Michweiße Brühe aus der Leitung.

Paul Rost war dem Herzinfarkt nahe, und verstand weder die Welt noch sich. Er kapitulierte.

Neue drei Worte für die Textwoche 13.17 by. dergl / von: https://faedenrisse.wordpress.com/

Fluss / Rost / Michweiß


lz